Turandot - Aspekte einer Innensicht

Ein szenisches Feature nach Puccinis Dramma Lirico "Turandot" // Texte von Ewa Teilmans und Ensemble

Turandot, das ist die Geschichte einer Prinzessin, die ihren Freiern Rätsel stellt. Wenn sie die Rätsel nicht lösen, wartet der Henker auf sie. Ein junger Prinz, mit Namen Kalaf, ist so fasziniert von der Erscheinung Turandots, dass auch er sich den Rätseln und der damit verbundenen Gefahr aussetzt. Sein Wagemut aber bringt seinen Vater, den auf der Flucht befindlichen König Timur, in Lebensgefahr. Seine Begleiterin Liu setzt schließlich ihr Leben ein, um Kalaf und den Vater zu retten.
Puccinis Oper basiert auf dem gleichnamigen tragikomischen Märchen von Carlo Gozzi (1762). Die Psychologisierung des Stoffes durch Puccini und insbesondere auch durch die Hinzufügung der liebenden Sklavin Liu lässt die beiden Hauptfiguren Turandot mit ihrer Grausamkeit und Kalaf mit der Egozentrik, mit der er über die Leiden des Vaters und Lius hinwegzugehen scheint, in einem zweifelhaften Lichte erscheinen.
In ihrem szenischen Feature öffnet Ewa Teilmans einen neuen Blick auf die Motivationen der beiden zentralen Figuren. Zwischen die zentralen Szenen des Stückes stellt sie Monologe der Figuren, die uns tief in ihr Innerstes blicken lassen.
Das szenische Feature zu Turandot ist aus der pandemiebedingten Unmöglichkeit einer kompletten Aufführung entstanden, bringt aber die Figuren des Stückes (ohne Chor und großes Orchester) mit Klavierbegleitung auf die Bühne. So entsteht ein faszinierender eigenständiger Abend, der für sich stehen kann aber auch Einführung und Vorbereitung für die komplette Oper sein kann. Mit Sonja Gornik, Timothy Richards, Larisa Akbari, Ivo Stanchev, Hrolfur Saemundsson, Soon-Wook Ka, Kairschan Scholdybajew und Victor Campos Leal steht ein Ensemble auf der Bühne, das keine Vergleiche zu scheuen braucht.

Spieldauer: ca. 1 Stunde und 30 Minuten - keine Pause