5. Sinfoniekonzert - Tango Nuevo

Werke von Ginastera // Villa-Lobos // Quadro Nuevo

Programmübersicht:
Alberto Ginastera: Tänze aus »Estancia«
Heitor Villa-Lobos: »Bachianas Brasileiras« (Auszüge)
Quadro Nuevo: Sinfonischer Tango und Weltmusik

Ein Ballett „über das argentinische Landleben“ komponierte Alberto Ginastera mit seinem Werk „Estancia“ im Auftrag für den New Yorker Ballettdirektor Lincoln Kirstein. Dabei war es Ginasteras Anliegen „eine authentische nationale Sprache zu sprechen“. So handelt das Ballett unter anderem von Gauchos, den südamerikanischen Viehtreibern, die mit ihren Herden durch die kahlen Grassteppen Argentiniens ziehen. Das Ballett kommt seit seiner Uraufführung im Jahr 1941 selten zu Aufführung, die Tänze aus „Estancia“ zählen jedoch bis heute zu Ginasteras meistgespielten Werken.

Ein weiterer Vertreter südamerikanischer Musik ist Heitor Villa-Lobos, der als der „Vater der brasilianischen Musik“ gilt. Sein Motto: „Mit offenen Ohren durch die Welt gehen und aufsammeln, was man so findet.“ So entstand auch sein aus neun Werken bestehender Zyklus „Bachianas Brasileiras“, bei dem Villa-Lobos Klänge seiner Heimat mit der Musik von Johann Sebastian Bach verbindet. Für ihn ist Bach nicht nur Vorbild sondern die „Quelle aller Musikschöpfung“, was Villa-Lobos in ganz unterschiedlichen Besetzungen, u.a. das klassische Sinfonieorchester, zu beweisen sucht.

Argentinischen Tango, brasilianische Rhythmen, aber auch Balkan-Swing und Melodien aus dem alten Europa vereint das Quartett „Quadro Nuevo“, das sich selber als „die europäische Antwort auf den argentinischen Tango“ bezeichnet. Unabhängig von der Eingrenzung auf ein bestimmtes Genre entwickeln die vier Musiker seit 1996 ihre ganz eigene „Sprache der Tonpoesie“, angetrieben von großer Spiel- und Improvisationsfreude. Sie runden den südamerikanischen Abend mit ihrem musikalischen Blick auf andere Kulturen und ihrer spannungsgeladenen und abwechslungsreichen Musik ab.