Amsterdam

von Maya Arad Yasur // Die Premiere ist pandemiebedingt verschoben. Ein neuer Termin steht derzeit noch nicht fest.

1700 Euro. So hoch ist die Gasrechnung, die eines Tages einer jungen jüdischen Musikerin plötzlich ins Haus flattert, bzw. verstohlen unter ihrer Wohnungstür in Amsterdam durchgeschoben wird. Ein zynischer Scherz? Keineswegs: Die Höhe der Rechnung basiert auf vielen aufgelaufenen Mahngebühren, stammt die Forderung der Gaswerke doch ursprünglich aus dem Jahr 1944 und wurde nie beglichen. Also begibt sich die hochschwangere Violinistin auf Spurensuche nach den ursprünglichen Adressaten der Rechnung und legt deren Schicksale Schicht um Schicht frei. Doch sobald sie glaubt, der Wahrheit nahe zu kommen, stößt sie auf neue Indizien, welche die vermeintliche Gewissheit wieder in Frage stellen. Auch das bisher so freundliche und offene Amsterdam scheint sich ihr gegenüber zu verändern, wird ablehnender, finsterer. Spielen etwa ihre Herkunft und ihre Identität eine Rolle? Und was hat ihr betagter Nachbar Jan mit der ganzen Sache zu tun?

Mit "Amsterdam" gewann die israelische Autorin Maya Arad Yasur, die selbst viele Jahre in der niederländischen Hauptstadt gelebt hat, den Stückemarktpreis des Berliner Theatertreffens 2018.