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Sinfoniekonzerte Extra
Drei Gastdirigenten präsentieren sich dem Aachener Publikum in der Reihe Sinfoniekonzert Extra mit Solisten... mehr

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Sinfonieorchester Aachen


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Liebes Konzertpublikum,



Justus Thorau wird in der Spielzeit 2017/18 als kommissarischer GMD das Sinfonieorchester Aachen leiten. Lesen Sie hier im Interview mehr über seine Pläne.


Justus, war es eine große Überraschung für dich, als bekannt wurde, dass du in der Spielzeit 2017/18 kommissarisch das Amt des GMD übernehmen sollst?
Ich konnte schon mit einer kurzen Übergangszeit zu Beginn der Spiel zeit rechnen, aber dass es nun für die komplette Spielzeit ist, freut mich riesig und war dann doch überraschend. Deswegen möchte ich mich auch für das Vertrauen bedanken, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen.

Hast du dich auf das Amt besonders vorbereitet? Worin siehst du besondere Herausforderungen?
Im Prinzip bereite ich mich seit Anfang meines Studiums auf eine solche Möglichkeit vor. Eine Konzertsaison eigenständig planen, neue Konzertideen entwickeln, das Orchester dem Publikum näherbringen – all das ist wahnsinnig spannend und interessant. Die Gesellschaft verändert sich, klassische Musik ist digital, global. Der Klang der Orchester ist teilweise austauschbar. Die Zuhörer trotzdem mit unterschiedlichen Konzepten und Programmen ins Konzert zu locken, ist für mich eine der größten Herausforderungen.

Herbert von Karajan ging ja einst von Aachen nach Berlin. Wie kam es bei dir, dass du den entgegengesetzten Weg gegangen bist?
Ich war immer auf der Suche nach den besten Möglichkeiten, die sich mir boten. Das war erst die Ausbildung in Weimar und später dann Stellen in Karlsruhe und hier in Aachen. Das Leben als Dirigent ist sehr unvorhersehbar. Einige Möglichkeiten bieten sich ganz plötzlich, andere reifen über Jahre und tun sich dann erst auf. Schön wäre es, wenn mich meine Schritte irgendwann auch wieder nach Berlin führten.

Würdest du sagen, dass du in Aachen angekommen bist oder fehlt dir deine Heimatstadt Berlin manchmal?
Ich bin schon sehr lange weg aus Berlin und habe seitdem an ver schie denen Orten gewohnt. Es ist schön, so viele unterschiedliche Regionen kennenzulernen und die Vorzüge der jeweiligen Städte zu genießen. Ich bin sehr gerne in Berlin und es ist für mich immer etwas ganz Eigenes, in dieser Stadt zu arbeiten, aber ich fühle mich sehr wohl in Aachen. Abgesehen vom Theater liebe ich die Wälder um Aachen und die Nähe zum Meer.

Welche Akzente möchtest du in der kommenden Spielzeit setzen? Welche Projekte reizen dich besonders?
Besonders reizvoll finde ich es, den Kontakt zum Publikum auf zu bauen und auch mal den Rahmen eines Frontalkonzertes zu sprengen. Hoch dekorierte CD-Aufnahmen sind bis in die Perfektion aufgenommen und präziser abgemischt als man es im Konzert je spielen könnte. Allerdings fehlt das Erleben mit allen Sinnen und das macht ja einen ganz großen Teil des Konzerterlebnisses aus. Ich freue mich immer über Rückmeldungen aus dem Publikum, denn wir spielen ja nicht zum Selbstzweck. Ich freue mich auf jedes einzelne Konzert, weil jedes Programm anders ist, aber ganz besonders bin ich auf Mahlers Zweite und unsere neue Reihe »Orchester hautnah« gespannt. Dieses neue Hörerlebnis wird für uns alle sehr interessant werden.

Gibt es Solisten, auf die du dich besonders freust?
Ja, da ist zum einen Martin Stadtfeld, mit dem ich die Liebe zu Bach teile und dessen Art zu spielen ich schon seit Jahren sehr interessiert verfolge. Darin sehe ich auch Gemeinsamkeiten mit meiner Art mit Musik umzugehen. Zum anderen freue ich mich auf Liza Ferschtman mit dem Violinkonzert von Korngold, was unglaublich gut zu ihr passt und ein Stück ist, das ich schon seit ganz langer Zeit ein mal dirigieren wollte.

Wie willst du sicherstellen, dass das Orchester in der Stadt noch präsenter ist?
Ich finde den Kontakt der Musiker zum Publikum sehr wichtig. Dies möchten wir durch die Konzerte »Orchester hautnah« und unsere »Klassik Lounge« erweitern. Außerdem führen wir die »Music Lab«-Reihe weiter, welche Studierende mit klassischer Musik verbindet. Ein Konzert mit klassischer Musik muss nicht langweilig sein. Im Gegenteil, es gibt so viel gute Musik aus mehreren Jahrhunderten, sodass wir für diese Spielzeit hoffentlich ein Angebot haben, das für jeden etwas bietet.
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