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Tolle Nachrichten aus Berlin: Unser Tanzprojekt »face2face« mit 10 Jugendlichen aus Aachen ist in... mehr

Baumpaten gesucht!
Anlässlich der Inszenierung »Der Kirschgarten«, die bei uns im Großen Haus zu sehen ist, suchen wir... mehr

"Die Wand" zum NRW-Theatertreffen 2017 eingeladen
Wir sind zum diesjährigen NRW Theatertreffen nach Detmold eingeladen worden: Paul-Georg Dittrichs Inszenierung... mehr

Musiktheater / Schauspiel

Michael Schmitz-Aufterbeck

Liebes Publikum,


in seinem kontrovers diskutierten Roman »Unterwerfung«, der am 7. Januar 2015, dem Tage des Attentats auf das Satiremagazin Charlie Hebdo erschien, entwirft Michel Houellebecq ein erschre cken des Bild der Identitätskrise unserer europäischen Gesellschaft. Er zeichnet ein intellektuell verstörtes Abendland, einen Kontinent, der im Begriff ist, seine Kultur aufzugeben und in panischer Unentschlossenheit einer schleichenden Islamisierung anheimfällt.



Virtuos spiegelt Houellebecq die Ängste der neuen Rechten und zeigt ein Europa am Scheideweg. Panik, Angst und Perspektivlosigkeit spielen im Roman, wie in unserer momentanen gesellschaftspolitischen Situation, all den politischen Kräften in die Hände, die auf den Abbau einer offenen Gesellschaft zielen. Das zeigen in erschreckender Weise auch die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen. Es ist die große Herausforderung, sich dem phantasie- und utopielosen Pragmatismus zu verweigern und sich den vielen drängenden Problemen ehrlich zu stellen. Wie ein roter Faden durchziehen in diesem Sinne Fragen unserer unmittelbaren Realität die Spielzeit 2016/17. Fragen, die auch wir nicht behaupten, beantworten zu können, die aber den Hintergrund bilden für unsere Stückauswahl und für die Perspektiven, aus denen wir unsere Stücke betrachten.



Den drängenden Themen auszuweichen, dann aber doch von ihnen eingeholt und überrollt zu werden, ist ein zentrales Motiv dieser Spielzeit, ebenso wie der wiederkehrende, nur allzumenschliche Mechanismus, Verantwortung willkürlich abzuwälzen, Sündenböcke zu benennen und Unschuldige zu stigmatisieren.



Und wie im großen Maßstab, sind es auch im Kleinen, im Privaten die gleichen Kräfte: Neid, Missgunst, Eifersucht, Macht- und Geldgier, die unser Leben verderben können. Im Blick von außen kann das je nach Perspektive, ernst und traurig, aber auch absurd und komisch daherkommen. Es macht die Kraft und Faszination des Theaters aus, dass es gleichermaßen im Lachen wie im Weinen unser Innerstes berühren kann.



Wir laden Sie ein zu einem spannenden Diskurs über die großen Fragen, die uns unsere Gegenwart stellt.

Ihr Michael Schmitz-Aufterbeck
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